Die vier Preisstufen und was sie bedeuten
600 bis 900 Euro im Monat. Das ist die Einstiegsstufe. Dafür bekommst du in der Regel Community-Management auf einem Kanal oder das Einstellen von Inhalten, die du selbst lieferst. Keine Strategie, keine Produktion, keine echte Auswertung. Das ist kein schlechtes Angebot — aber es ist ein Umsetzungsdienst, keine Betreuung.
1.000 bis 2.500 Euro im Monat. Das klassische Paket für kleine und mittlere Unternehmen. Strategie, organischer Content für ein bis zwei Kanäle, monatliche Auswertung, oft eine einfache Anzeigenbetreuung dazu. Hier liegen die meisten seriösen Angebote für Betriebe deiner Größe.
2.500 bis 4.500 Euro im Monat. Vollbetreuung mit eigenem Drehtag, Videoproduktion, Performance-Anzeigen, Tests und enger Abstimmung. Sinnvoll, wenn Social Media ein echter Vertriebskanal ist und nicht ein Kanal unter vielen.
Ab 4.500 Euro. Mehrere Kanäle, mehrere Drehs im Monat, größere Werbebudgets, Kooperationen. Für Soloselbstständige und kleine Unternehmen praktisch nie die richtige Größenordnung.
Wichtig zur Einordnung: Diese Stufen beschreiben den Markt, in dem kleine Anbieter, Freelancer und mittlere Agenturen unterwegs sind. Gestandene Full-Service-Agenturen mit eigenen Abteilungen fangen nicht bei 4.500 Euro an — die bewegen sich in einer anderen Liga, mit anderen Strukturen und anderen Kunden. Wenn du als Soloselbstständige dort anfragst, bekommst du in der Regel gar kein Angebot, und das ist kein Zeichen von Unfreundlichkeit, sondern von unterschiedlichen Zielgruppen.
Was auffällt, wenn man die Stufen nebeneinanderlegt: Der Sprung passiert nicht beim Preis, sondern bei der Frage, wie viel jemand für dich denkt statt nur ausführt.
Was im Preis fast nie enthalten ist
Hier entsteht der Unterschied zwischen dem, was du zahlst, und dem, was es dich kostet.
Das Werbebudget — aber nur, wenn Anzeigen dabei sind. Hier wird oft alles in einen Topf geworfen, deshalb die Unterscheidung:
Buchst du reine Social-Media-Betreuung, also organische Inhalte, Redaktionsplan und Community-Management, brauchst du kein Werbebudget. Es gibt schlicht nichts zu bezahlen, weil nichts geschaltet wird.
Sobald Werbeanzeigen dazukommen, sieht es anders aus. Dann ist das Werbebudget bei seriösen Anbietern nicht im Honorar enthalten und wird auch nicht daraus bezahlt. Als Untergrenze für sinnvolle Tests gilt eine einfache Faustregel: 20 Euro am Tag, also rund 600 Euro im Monat. Ab 1.000 Euro monatlich bist du schon ordentlich unterwegs. Wer 1.500 Euro Betreuung zahlt und 200 Euro Anzeigenbudget einplant, hat die Reihenfolge vertauscht.
Die Produktion. Ein Drehtag, professionelle Fotos, Grafiken — das taucht in günstigen Paketen selten auf. Entweder produzierst du selbst, oder es kommt obendrauf.
Deine eigene Zeit. Der am meisten unterschätzte Posten. Auch mit Agentur musst du Inhalte freigeben, Rückfragen beantworten, Bildmaterial liefern, Termine wahrnehmen. Rechne mit mehreren Stunden im Monat. Social Media komplett abzugeben funktioniert nicht, weil niemand dein Geschäft so kennt wie du.
Werkzeuge und Lizenzen. Planungswerkzeuge, Bilddatenbanken, Auswertungssoftware. Meist klein, aber es summiert sich.
Was du für 600 bis 900 Euro tatsächlich bekommst
Diese Stufe verdient einen eigenen Abschnitt, weil sie am häufigsten gebucht und am häufigsten missverstanden wird.
Für dieses Geld arbeitet niemand strategisch an deinem Auftritt. Rechne grob: Bei einem üblichen Stundensatz zwischen 75 und 100 Euro sind 800 Euro etwa acht bis zehn Arbeitsstunden im Monat. Davon gehen Abstimmung, Planung und Einstellen ab. Für Strategie bleibt nichts übrig.
Das ist völlig in Ordnung, wenn du weißt, was du kaufst: jemanden, der zuverlässig veröffentlicht, was inhaltlich schon feststeht. Es ist die falsche Erwartung, wenn du hoffst, dass dadurch dein Social Media „endlich läuft".
Die Enttäuschung entsteht fast immer hier — nicht weil die Agentur schlecht gearbeitet hätte, sondern weil für diesen Preis etwas erwartet wurde, das für diesen Preis nicht möglich ist.
Social Media oder Anzeigen? Das sind zwei Berufe
Bevor du Preise vergleichst, solltest du wissen, was du überhaupt vergleichst. Denn hinter „Social Media" stecken zwei recht verschiedene Disziplinen:
Social-Media-Betreuung ist organisch: Strategie, Redaktionsplan, Inhalte, Community. Ziel ist Sichtbarkeit und Beziehung über die Zeit.
Performance Marketing ist bezahlt: Werbeanzeigen, Zielgruppen, Budgets, Auswertung nach Zahlen. Ziel sind messbare Ergebnisse in einem festgelegten Zeitraum.
Große Agenturen haben für beides eigene Abteilungen mit eigenen Fachleuten. Bei Freelancern und kleinen Anbietern ist das anders — die meisten haben sich auf eines von beidem spezialisiert. Wer beides anbietet, ist eher der generalisierte Spezialist: breit genug für kleine Betriebe, aber ohne die Tiefe von zwei getrennten Abteilungen.
Für dich heißt das zweierlei. Erstens: Frag früh, worauf sich jemand tatsächlich konzentriert. Zweitens: Ein Angebot ohne Werbebudget ist kein schlechteres Angebot — es ist vielleicht einfach ein reines Social-Media-Angebot, in dem gar keine Anzeigen vorgesehen sind.
Einzelunternehmerinnen rechnen anders
Die Zahlen oben gelten für Agenturen mit Team, Büro und Verwaltung. Wer allein arbeitet, kalkuliert auf einer anderen Grundlage.
Übliche Stundensätze im Social-Media-Bereich liegen bei rund 75 Euro, mit Spannen von 40 bis 60 Euro bei Einsteigerinnen und 80 Euro und mehr bei erfahrenen Freelancern. Monatliche Betreuungspauschalen beginnen häufig bei 500 bis 800 Euro und reichen bei größerem Umfang bis 2.000 Euro.
Das heißt nicht automatisch, dass eine Einzelperson die bessere Wahl ist. Es sind unterschiedliche Angebote:
Bei einer Agentur bekommst du Kapazität und Vertretung. Wenn jemand krank wird, läuft es weiter. Dafür arbeitet an deinem Kanal oft nicht die Person, mit der du das Erstgespräch geführt hast, und du bist ein Kunde unter vielen.
Bei einer Einzelperson bekommst du weniger Kapazität und keine Vertretung. Dafür weißt du jederzeit, wer an deinem Auftritt sitzt, und die Person kennt dein Geschäft nach drei Monaten wirklich. Für einen Betrieb mit einem oder zwei Kanälen ist das meist die passendere Größe.
Der Preisunterschied kommt nicht daher, dass die eine Seite besser oder schlechter arbeitet. Er kommt daher, dass ein Team finanziert werden muss und eine Einzelperson nur sich selbst.
Was zwölf Monate wirklich kosten
Rechne es einmal auf ein Jahr hoch, dann wird es greifbar.
Betreuung im mittleren Paket. 1.500 Euro im Monat sind 18.000 Euro im Jahr. Sind Anzeigen Teil der Zusammenarbeit, kommt das Werbebudget dazu — bei 600 Euro monatlich weitere 7.200 Euro, bei 1.000 Euro sind es 12.000. Ohne Anzeigen bleibt es bei den 18.000. In jedem Fall zusätzlich: deine Zeit für Abstimmung und Zuarbeit.
Einmalige Strategie plus Selbstumsetzung. Eine Analyse oder ein Setup im niedrigen vierstelligen Bereich, danach setzt du selbst um. Das Werbebudget bleibt gleich. Du sparst den größten Posten, zahlst aber mit Arbeitszeit — realistisch mehrere Stunden pro Woche.
Begleitung über einen befristeten Zeitraum. Du zahlst einige Monate für gemeinsamen Aufbau, danach läuft es ohne laufende Kosten weiter. Die Investition wiederholt sich nicht jeden Monat.
Der Unterschied ist nicht nur die Summe. Bei der ersten Variante beginnt im dreizehnten Monat wieder derselbe Betrag. Bei der dritten nicht.
Die Frage, die den Preis erklärt
Wenn du zwei Angebote vergleichst und eines kostet doppelt so viel, liegt der Unterschied fast immer an einer einzigen Frage: Wer produziert die Inhalte?
Lieferst du Texte, Bilder und Videos und jemand plant und veröffentlicht sie, ist das die untere Preisstufe. Wird bei dir gedreht, geschnitten, geschrieben und gestaltet, ist es die obere. Alles dazwischen ist eine Mischform.
Frag deshalb bei jedem Angebot konkret nach: Wie viele Beiträge im Monat, wer schreibt sie, wer produziert das Bildmaterial, wie viele Abstimmungsrunden sind enthalten. Ein Angebot, das diese Zahlen nicht nennt, ist kein Angebot, sondern eine Absichtserklärung.
Was am Ende bei dir bleibt
Der Punkt, über den in Preisvergleichen nie gesprochen wird.
Nach zwölf Monaten Betreuung für 1.500 Euro im Monat hast du 18.000 Euro ausgegeben. Die Frage ist nicht nur, was in dieser Zeit passiert ist — sondern was davon bleibt, wenn die Zusammenarbeit endet.
Bleibt eine Strategie, die du verstehst und weiterführen kannst? Kennst du deine Zahlen und weißt, was sie bedeuten? Gehören dir Kanäle, Werbekonto und Daten? Oder fängst du am Tag danach wieder bei null an?
Das ist kein Vorwurf an Agenturen. Viele arbeiten sauber und übergeben ordentlich. Aber es ist die Frage, die du vorher stellen musst, nicht hinterher.
Wie das bei Werbeanzeigen konkret aussieht — und warum die Anzeigen unbedingt über dein eigenes Werbekonto laufen sollten — habe ich hier ausführlicher aufgeschrieben: Meta Ads selbst schalten oder Agentur beauftragen?
Woran du ein faires Angebot erkennst
- Es nennt konkrete Zahlen: Beiträge pro Monat, Kanäle, Abstimmungsrunden.
- Es steht klar drin, ob Werbeanzeigen Teil der Leistung sind. Wenn ja, ist das Werbebudget getrennt ausgewiesen und wird nicht aus dem Honorar bezahlt.
- Es steht dabei, was nicht enthalten ist.
- Kanäle, Werbekonto und Daten laufen auf deinen Namen.
- Die Laufzeit ist überschaubar oder es gibt eine faire Ausstiegsmöglichkeit.
- Du bekommst Auswertungen, die du verstehst, nicht nur Zahlen, die gut aussehen.
Fehlt einer dieser Punkte, ist das kein Ausschlusskriterium. Aber frag nach, bevor du unterschreibst.
Was die Alternativen kosten
Betreuung ist nicht die einzige Form. Zwei andere Wege, mit ganz anderer Kostenstruktur:
Einmalige Analyse oder Strategie. Du bekommst einen Plan, eine Einordnung deiner Kanäle und konkrete nächste Schritte — und setzt danach selbst um. Einmalige Kosten statt monatlicher Bindung. Sinnvoll, wenn du Zeit hast, aber keine Richtung.
Begleitung statt Übernahme. Jemand baut mit dir gemeinsam auf und erklärt, was passiert. Dauert länger als abgeben, aber am Ende kannst du es. Für Soloselbstständige ist das oft die wirtschaftlichere Entscheidung, weil sich die Investition nicht jeden Monat wiederholt.
Bei mir heißt das Do it yourself, Do it with you und Done for you — je nachdem, wie viel du selbst machen willst. Wer Social Media und Anzeigen wirklich von Grund auf lernen möchte, findet das im Creator-Training als sechsmonatige Begleitung.
Die ehrliche Zusammenfassung
Eine Social-Media-Agentur kostet für ein kleines Unternehmen realistisch 1.000 bis 2.500 Euro im Monat, plus Werbebudget, plus deine Zeit. Darunter kaufst du Umsetzung, keine Strategie.
Ob sich das lohnt, hängt weniger am Preis als an zwei Dingen: Ob Social Media für dich ein echter Vertriebskanal ist — und ob du hinterher schlauer bist als vorher.
Wenn du unsicher bist, wo du stehst: Im kostenlosen Erstgespräch schauen wir uns das gemeinsam an. Auch dann, wenn am Ende herauskommt, dass du gerade gar keine Betreuung brauchst.
