Social Media & Marketing – Vanessa Dippel
    Social Media & Marketing
    Vanessa Dippel
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    Meta-Ads & Kampagnen 7. September 2026 10 Min. Lesezeit

    Was kosten Instagram- und Facebook-Ads wirklich?

    Ein Klick kostet in Deutschland im Median 91 Cent. Tausend Einblendungen rund 14,80 Euro. Eine Anfrage 77 Euro.

    Damit ist die Frage aus dem Titel beantwortet, und die Zahlen helfen dir trotzdem kaum weiter. Denn der Preis für tausend Einblendungen lag im selben Jahr je nach Monat zwischen 9,81 und 32,28 Euro. Und ob eine Anfrage für 77 Euro ein gutes oder ein schlechtes Geschäft ist, entscheidet nicht Meta, sondern das, was am Ende des Klicks auf sie wartet.

    Unten steht, woher diese Spanne kommt und an welchen drei Stellen du sie tatsächlich beeinflusst.

    Was kostet ein Klick, eine Einblendung, eine Anfrage?

    Die Zahlen stammen von Superads, einem Auswertungsdienst, der Werbekonten anonymisiert zusammenfasst. Grundlage sind über drei Milliarden Dollar Werbeausgaben aus tausenden Konten, ausgewertet von September 2025 bis September 2026. Für Deutschland ergibt das:

    • ein Klick: 0,91 Euro im Median
    • tausend Einblendungen: 14,80 Euro im Durchschnitt
    • eine Anfrage: 76,80 Euro im Median

    Beim letzten Wert lohnt sich ein Blick auf die Vokabel. Anfrage heißt hier: Jemand hat ein Formular ausgefüllt oder dir geschrieben. Nicht: Jemand hat gekauft. Zwischen diesen beiden Dingen liegen dein Angebot, dein Preis und dein Gespräch.

    Und die Werte gelten über alle Branchen hinweg. Wer im B2B unterwegs ist, zahlt in der Regel mehr als jemand im B2C, weil die Gruppe kleiner ist und der Wettbewerb um sie härter.

    Für dich heißt das vor allem eines: Nimm keinen dieser Werte als Vorgabe für deine eigene Planung. Nimm sie als Größenordnung, an der du merkst, ob deine ersten Ergebnisse im normalen Bereich liegen oder weit daneben.

    Warum nennen zwei seriöse Quellen so unterschiedliche Preise?

    Die Agentur ZweiDigital veröffentlicht laufend die Werte ihrer eigenen Kundenkonten, über hundert an der Zahl. Dort steht: rund 6 Euro für tausend Einblendungen, rund 40 Cent pro Klick. Also weniger als die Hälfte.

    Beide Zahlen stimmen. Sie messen nur nicht dasselbe.

    Superads misst alles, was läuft. Gut gemachte Kampagnen und solche, die seit einem halben Jahr unverändert vor sich hinlaufen. ZweiDigital misst betreute Kampagnen, also genau die Auswahl, bei der regelmäßig jemand hinsieht.

    Wer im Netz eine Zahl zu Meta-Ads findet, findet deshalb selten den Preis. Er findet die Auswahl, die gemessen wurde. Das gilt auch für die Zahlen in diesem Artikel.

    Der Abstand zwischen beiden Quellen ist ungefähr der Spielraum, den du selbst in der Hand hast. Ob du ihn selbst nutzt oder jemanden dafür holst, ist eine eigene Rechnung.

    Was bekommst du für 20 Euro am Tag?

    20 Euro am Tag sind rund 600 Euro im Monat. Das ist die Untergrenze für eine Anzeige, die wirklich etwas ausrichtet.

    Rechnet man 600 Euro gegen die Marktspanne, kommt heraus: zwischen 40.000 und 100.000 Einblendungen, zwischen 660 und 1.500 Klicks und irgendwo zwischen fünf und knapp dreißig Anfragen.

    Was 600 Euro Werbebudget im Monat bringen, gerechnet an beiden Enden der deutschen Marktspanne. Einblendungen 40.000 bis 100.000. Klicks 660 bis 1.500. Anfragen 5 bis 27. Die Spanne entsteht nicht durch Glück, sondern durch Zielgruppe, Anzeigen und Zeitpunkt.

    Die letzte Zahl ist die, an der die meisten hängenbleiben, und sie ist die unzuverlässigste von allen. Ob acht Anfragen im Monat viel oder wenig sind, hängt nämlich nicht an der Anzeige.

    Wer direkt ein teures Coaching-Programm bewirbt, wird auch mit acht Anfragen nicht glücklich. Wer ein Freebie oder einen Newsletter anbietet, sieht gut und gerne mehrere Kontakte am Tag.

    Das ist kein Unterschied in der Werbung. Das ist ein Unterschied in dem, was du ans Ende des Klicks gestellt hast.

    Für Soloselbstständige und kleine Unternehmen, die noch wenig bekannt sind, würde ich ohnehin nie direkt auf den Verkauf gehen. Wer dich nicht kennt, kauft nicht, nur weil eine Anzeige ihn dazu auffordert.

    Und wenn 20 Euro am Tag nicht drin sind?

    Dann machst du es mit weniger. Nur mit anderen Erwartungen.

    An dieser Stelle werden regelmäßig zwei Dinge verwechselt. Beim Tagesbudget legst du fest, was pro Tag ausgegeben wird. Beim Laufzeitbudget nennst du eine Summe für den gesamten Zeitraum, und Meta verteilt sie über die Laufzeit. Das sind zwei verschiedene Hebel, und sie führen zu verschiedenen Ergebnissen.

    Ich kenne Leute, die 150 Euro Laufzeitbudget für einen Monat ansetzen. Das ist völlig in Ordnung, solange das Ziel dazu passt. Wenn du willst, dass dein Instagram-Kanal häufiger ausgespielt wird und mehr Leute dich überhaupt wahrnehmen, reichen 150 Euro dafür aus. Willst du damit etwas verkaufen, kommt vorhersehbar wenig zurück.

    Im Werbeanzeigenmanager gibt es nicht nur ein Ziel. Es gibt Reichweite, Bekanntheit, Traffic, Interaktion, Leads und Umsatz. Bei kleinem Budget ist keines davon verboten. Aber zu jedem gehört eine Erwartung, und die musst du kennen, bevor du startest.

    Der Zusammenhang ist dabei so unspektakulär, wie er klingt. Je mehr du hineinsteckst, desto mehr kommt heraus. Je weniger, desto weniger. Anzeigen sind keine Wette, bei der es auf den richtigen Einfall ankommt, sondern ein Einkauf, bei dem du für dein Geld eine bestimmte Menge Aufmerksamkeit bekommst.

    Ein Grund dafür steckt in der Technik. Metas Algorithmus braucht ungefähr 50 Ereignisse pro Anzeigengruppe und Woche, um aus der Lernphase herauszukommen. Bei einer Anfrage für 77 Euro wären das knapp 4.000 Euro pro Woche. Das erreicht praktisch keine Soloselbstständige.

    Das ist kein Argument gegen das Ziel. Es ist die Erklärung dafür, warum bei kleinem Budget weniger herauskommt, als jede Hochrechnung verspricht. Die vielgerühmte Optimierung springt bei dir nie ganz an.

    Warum schwankt der Preis übers Jahr um das Dreifache?

    Weil du nicht bei Meta einkaufst. Du bietest gegen alle anderen.

    In Deutschland lagen tausend Einblendungen im Februar 2026 bei 9,81 Euro und im Juli bei 32,28 Euro. Im November 2025 sprang der Wert innerhalb eines Monats um rund 90 Prozent.

    Die Erklärung steht nicht im Kalender, sondern im Verhalten der Leute. Wenn viele zu Hause und am Handy sind, gibt es zwar mehr Plätze für Werbung, gleichzeitig werben aber deutlich mehr Unternehmen. Auch die großen, mit ganz anderen Budgets. Wer als kleines Unternehmen dazwischenrutscht, zahlt deren Preise mit.

    Praktisch heißt das: Starte deine erste Kampagne nicht Mitte Dezember. Anfang Dezember geht noch, danach wird es teuer, und zwischen den Jahren bleibt es teuer. Dass der Sprung in den Zahlen schon im November sichtbar wird, passt dazu, denn das Weihnachtsgeschäft beginnt im Handel längst Ende Oktober.

    Funktionieren kann es trotzdem. Es ist nur der schlechteste Moment, um herauszufinden, ob deine Anzeige etwas taugt.

    Woran du den Preis tatsächlich drehen kannst

    Mit Meta verhandelst du nicht. Es gibt keinen Rabatt und keinen Tarif. Was du hast, sind drei Hebel.

    Die Zielgruppe. Hier läuft der Fehler in beide Richtungen. Die einen nehmen alle, weil sie sich nicht festlegen wollen. Die anderen stapeln so viele Interessen übereinander, dass am Ende fast niemand mehr übrig bleibt: trägt eine Brille, kauft gern dieses und jenes, mag Rot. Jede Bedingung klingt für sich plausibel, zusammen ergeben sie eine Gruppe, die es nicht gibt. Meine Empfehlung, und es ist auch die von Meta: breit einstellen. Ort, vielleicht Alter, vielleicht Geschlecht. Mehr nicht. Die Auswahl der passenden Leute übernimmt dann die Anzeige selbst.

    Die Anzeigen. Der häufigste Fehler, den ich sehe: eine Kampagne, eine Zielgruppe, ein Bild. Davon rate ich ab, egal bei welchem Budget. Nimm mindestens fünf verschiedene Motive und leg sie in mehreren Formaten an. Jede Platzierung hat ihre eigene Größe, und was im Feed sitzt, ist in der Story oben und unten abgeschnitten.

    Das Ziel. Nicht welches du wählst, sondern was du davon erwartest.

    Die ersten beiden Hebel kosten dich nichts außer Arbeit. Genau deshalb ist der Abstand zwischen 6 und 14,80 Euro kein Zufall.

    Woran du merkst, dass Budget und Ziel zusammenpassen

    Du bist so weit, wenn:

    • du sagen kannst, was am Ende des Klicks wartet, und es nicht dein teuerstes Angebot ist
    • mindestens fünf Motive fertig sind, in mehreren Formaten
    • du eine Zahl im Kopf hast, ab der du die Kampagne für gescheitert erklärst
    • du das Budget vier bis sechs Wochen durchhältst, statt nach drei Tagen abzuschalten

    Du bist zu früh dran, wenn:

    • die Anzeige auf eine Seite führt, die du selbst nicht überzeugend findest
    • du einfach mal testen willst, ohne zu wissen, woran du das Ergebnis misst
    • das Werbekonto einer Agentur gehört und nicht dir
    • du damit deinen ersten Verkauf machen willst und dich noch niemand kennt

    Der letzte Punkt kommt am häufigsten vor. Anzeigen bringen Menschen zu dir. Ob sie bleiben, entscheidet alles, was danach kommt, und deshalb stehen sie in der sinnvollen Reihenfolge ziemlich weit hinten.

    Wenn du wissen willst, welche dieser Zahlen auf dein Angebot zutrifft, sieh dir an, wie Ads-Begleitung bei mir aussieht, oder schreib mir direkt. Das Erstgespräch kostet nichts. Danach weißt du, ob sich der Aufwand für dich rechnet, und du weißt es unabhängig davon, ob du danach mit mir arbeitest.

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